Überall die gleichen Götter – aber warum?

Bisher haben sich meine Vergleichsstudien ja auf Indo-Europäische Religionen bezogen. Aber selbst wenn man aus diesem Kreise herausgeht und sich andere Kulturen und deren Ausprägungen anschaut, findet man die gleichen Götter unter anderen Namen. Das ist faszinierend, einfach nur faszinierend.

Nun gibt es dazu mehrere Erklärungsansätze. Jung z.B. hat daraus den Schluss gezogen, dass es in der Psyche aller Menschen bestimmte Archetypen gibt, Schablonen für diese Götter, die sich in allen Kulturen ausdrücken.

Wieder andere Leute sehen dies – wie ich vor kurzem erfahren habe – als Beweis dafür, dass Außerirdische auf die Welt kamen und sich in die Menschheitsgeschichte eingemischt haben. Sie denken ganz buchstäblich, dass die Götter physische Wesen von einem anderen Stern waren, die sich materiell hier gezeigt haben.

Welche Theorie stimmt? Jung, Aliens, etwas ganz anderes, oder beides gleichzeitig?

Nun, das muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich tendiere zu Alien-Theorie – nun ja, zumindest so halb. Ich denke sehr wohl, dass die Götter wirkliche Wesen sind, aber… okay, dass sie aus Raumschiffen gestiegen sind, hab ich dann mal weggelassen bei meiner eigenen Geschichtsschreibung.


(Nicht zu vergessen die Personifikation von Elementen, Materiellem und verschiedenen Konzepten – oder sind diese Konzepte der Ausdruck von Göttern in unserer Welt?)

Die Menschen waren noch nie alleine, sondern hatten immer geistige Führung aus anderen Dimensionen. Egal wie diese Führer und Helfer genannt wurden (Götter, Engel, Heilige, Meister, was weiß ich), sie wurden überall auf der Welt empfangen, gechannelt, würde man heute sagen. Wenn genug Menschen von ihnen geredet haben, wurden sie offiziell ‚anerkannt‘, und dann haben sie sich, je nach Kultur, verändert, z.B. bei den Griechen sehr stark mit menschlichen Vorgängen vermischt. Deswegen sagen die Details von kulturellen Göttern wohl mehr über die Zeit aus, in der sie verehrt wurden. Dennoch kann man ihre Spuren immer zurückverfolgen zu den ‚Urgöttern‘, die man keiner bestimmten Zeit oder Kultur zuordnen kann.

(Wobei ich betonen möchte, dass ich nicht sage, dass man alle Götter als ‘gleich’ betrachten kann. Sie haben vielleicht den gleichen Ursprung, aber sicherlich haben sich daraus einzelne Wesen oder Energiesammlungen entwickelt. So würde ich Dionysos und Bacchus zwar als ähnlich denken, vielleicht verbunden durch ihre Eigenschaften (oder ihren Ursprung, z.B. Pan), so dass es jemandem durchaus erscheinen kann, dass sie derselbe Gott sind. Aber jemand anderes wieder, der sieht Unterschiede, weil alles, das geboren wird, sich individuell weiter entwickelt. Das habe ich schon mal erwähnt in Bezug aus Ostara und Auzrine, germanische und baltische Göttinnen des Morgensterns. Ja, ich sehe jeden Gott als Individuum, aber auch ‘alle Götter sind ein Gott’ stimmt. Das Leben ist nun mal eine paradoxe Erfahrung.)

Aber nicht nur die Götter sind gleich, sondern auch die Menschheitsentwicklung. Überall auf der Welt hat sie sich ähnlich vollzogen, mal schneller, mal langsamer. Das liegt meiner Meinung nach an dem kollektiven Massenbewusstsein, in dem ja auch die Götter ‚gepeichert‘ sind.

Und meinetwegen kann man sie auch als Archetypen bezeichnen, in dem Sinne, dass sie auch noch in unserer Psyche verankert sind. Die Psychologie, Neurologie  und Quantenphysik erklärt Götter und Magie nicht weg – es sind Wege zu ihnen!

Und da das alles gerade sehr theoretisch war, werde ich demnächst noch ein bisschen über Mittsommer berichten, denn nein, ich habe es nicht vergessen. Eins der wichtigsten Feste überhaupt, und für mich persönlich sogar das Wichtigste (oder ‚Beste‘, so gesehen 😉 ).

Gott ist böse, oder nicht?

Ich hatte heute so was wie eine Offenbarung. Natürlich habe ich dieses ‚Gott ist böse‘ – Denken in meiner Zeit als Katholik entwickelt, und genau deswegen bin ich aus der Kirche ausgetreten. Und ich hab auch einiges verarbeitet, danach, zum Beispiel die eingetrichterte Angst vor dem Teufel. Aber die Angst vor Gott habe ich nie angeschaut, denn ich hatte den Gott dort ja verlassen und mich besseren, lieben Göttern zugewandt. Dabei hatte ich aber vergessen, dass alle Götter ein Gott sind.

Das Konzept der Dualen Gottheit Göttin/Gott hat mich immer begleitet, aber genauso habe ich mich immer viel mehr mit der Göttin beschäftigt. Ich wollte weg von Männlichkeit, auch aus nicht religiösen (a.k.a. feministischen und traumabedingten) Gründen. Aber da ich wusste, dass Balance wichtig ist, habe ich immer wieder daran gedacht, auch ‚dem Gott‘ Gedanken zukommen zu lassen.

So richtig fassen konnte ich ihn nie. Vor vielen Jahren habe ich beschlossen, Gott und Göttin Freya und Ingvi zu nennen. Bis heute weiß ich aber gar nicht so genau, wer dieser Ingvi ist. Gefühlsmäßig, meine ich. Nun hat meine religiöse Entwicklung mich auf den Pfad von Sif und Thor geführt, und immer mehr habe ich Sif mit Freya gleichzusetzend betrachtet und ihren Namen als ‚Große Göttin‘ gewählt. Aber die männlichen Götter habe ich getrennt voneinander betrachtet. Der eine war eben ‚Gott‘, und der andere ein ‚Freund‘.

Und dann, heute wirklich zum ersten Mal, hab ich probeweise versucht, Thor als Allgott zu betrachten, und ich sage euch, es war merkwürdig. Es hat nicht gepasst, denn ‚Gott ist doch böse‘. Das kam da wirklich hoch. Nicht, dass ich Ingvi als böse betrachtet habe, aber da ich Distanz zu ihm aufrecht erhalten habe, war das wohl noch so in meinem Unterbewusstsein gespeichert!?

Nun besagen Esoterik sowie neueste wissenschaftliche Untersuchungen, dass alles Energie ist. Und ist es dann nicht wichtig, dass ich mir ein positives Gottesbild (und somit auch Einstellung gegenüber Männern) aufbaue? Von nun an will ich Thor als Großen Gott betrachten, und beobachten, wie meine Realität sich dementsprechend ändert. Es kann ja nur gut gehen, denn Thor ist groß, stark und sehr vertrauenswürdig. 🙂

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Was ist aus den Alken geworden?

Die bekannteste Geschichte über Baldurs Tod stammt aus dem 13 Jhd, Island, und hat mit einer Mistel und Hinterlist zu tun. Nur wenige wissen jedoch, dass die Dänen eine ganz andere Version der Geschichte hatten. In der Gesta Danorum aus dem 12 Jhd wird berichtet, wie Balder (us) gegen seinen (nicht blinden) Bruder Hother (us) kämpft, um dessen Frau Nanna erobern zu können. (Er verliert.)

Nur wenige Jahre sind also vergangen, bevor die zweite Version der Geschichte entstand. Wo kommt Loki plötzlich her? Wieso ist Hoder auf einmal blind, Baldur der Beste von allen und Nanna so sehr in ihn verliebt, dass sein Tod ihr Herz zerbricht?

Das, meine Freunde, sind sehr interessante Fragen, auf die ich leider keine eindeutige Antwort liefern kann. Aber euch die Fragen präsentieren zu können, macht mich schon ein wenig stolz. 😉

Im Alter von 4 Jahren wurde der kleine Snorri Sturluson als ‚Pfand‘ einem Diakon übergeben, und zwar aufgrund eines verlorenen Eigentumstreits. Dieser Diakon kam aus einer langen Reihe von Priestern, und zog nun also Snorri auf, bis dieser 19 Jahre alt war. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass Snorri christliche Glaubensinhalte übernommen hat, und Loki (wo auch immer er herkam) als eine Art Teufel wahrnahm. Das – oder er sah seinen Ziehvater als Bösewicht an, denn dieser hieß Loftson.

Wie auch immer Snorri nun auf den Namen Loki kam, in Skandinavien hat man nie von ihm gehört, zumindest nicht als Gott. Es gab keinen Kult um ihn, und keine Ortsnamen wurden nach ihm benannt. (Das ist die offizielle Variante, was ja nicht ausschließt, dass es vielleicht einen Lokke-Kult in Form des Herdfeuers gab.)

Aber zurück zu Balder und Hoder. Nicht zuletzt erinnern diese beiden Brüder an Phosphoros und Hesperos (siehe Bild), die griechischen, männlichen Äquivalente der Venus. Einer Morgen-, der andere Abendstern, haben sie Eingang in die Kulturen aller Welt gefunden. Die spätere Erkenntnis, dass es sich bei Morgen- und Abendstern um den gleichen Planeten handelt, hatte zur Folge, dass die Identitäten teilweise durcheinander gebracht wurde und Namen austauschbar verwendet wurden: Eosphoros, Heosphoros oder Phosphoros bei den Griechen,  Orentil/Earendil, Aurvandil, Horvandillus im germanisch/römischen Gebiet. So erscheint zum Beispiel der germanische Aurvandil nur noch als einzelne Figur, nach dem der Stamm der Vandalen sich benannt hat.

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Ein anderes griechisches Zwillingspaar sind Castor und Pollux. Tacitus vergleicht sie mit germanischen Gottheiten:

„Die Gottheiten, so wird berichtet, könnte man nach römischer Auslegung Castor und Pollux nennen. Ihnen entsprechen sie in ihrem Wesen: sie heißen Alken. Es gibt keine Bildnisse, keine Spur weist auf einen fremden Ursprung des Kultes, gleichwohl verehrt man sie als Brüder, als Jünglinge.“

Von den Alken sind keine Einzelnamen überliefert, jedoch entsprechen sie dem Archetypus der Pferdezwillingsgötter wie baltisch Ašvieniai und indisch Ashvin („Jünglinge mit einem goldenen Schimmer“).

Was ich nun damit zeigen will? Eigentlich nur, dass die Edda ein wunderbarer Anfangspunkt ist, um germanischen Wurzeln nachzuspüren. Wie Balder und Hoder hierzulande geheißen haben, kann wohl nicht mehr erfahren werden. Vor allem, weil ‚Balder‘ ein Titel war, und so wahrscheinlich für verschiedene Gottheiten (und Menschen) verwendet wurde.

Aber es geht gar nicht darum, genau wieder herzustellen, was einmal war, sondern um die Rückbindung mit den Göttern im Hier und Jetzt. Und so nenne ich die beiden Alkengötter Baldeg und Erendil. Jeder muss seinen eigenen Zugang zu ihnen entdecken – und gerade das macht die Sache doch spannender, als wenn man sich nach einer Heiligen Schrift richtet, oder nicht? 😉

Widder in zunehmender Sonne

Die Sonne ist nun in das Sternzeichen Widder eingetreten, und damit hat ein neues Zodiakjahr begonnen. Wer sich nun fragt, warum ich darüber schreibe, und nicht über Ostara, dem sei gesagt: Von Frühling ist hier weit und breit keine Spur. Ich werde wohl einfach mit den Christen Ostern feiern, was mir auch leichter fällt, da alle anderen Menschen eben dann feiern. Wenn ich jetzt schon mit Ostereier suchen und Hasenküchlein ankommen würde, wären bloß gerunzelte Stirnen die Reaktion. Tja, verklagt mich, aber ich will Begeisterung, ich will Freude, ich will Enthusiasmus!!! wenn ich schon so was mache wie backen und Eier bemalen. Und während die Menschen allgemein sehr schwer für solche ‚kindischen‘ Sachen zu begeistern sind, hab ich an Ostern wenigstens eine Ausrede, mich darein zu stürzen.

Aber um mal wieder aufs Thema zu kommen. Die Sonne im Widder. Viele Hexen und Heiden halten sich ja eher an den Mond wenn es um so etwas wie Phasen des Lichtes geht. Und ich sehe durchaus den Sinn davon, der Mond durchläuft seine Phasen eben schneller. Dadurch ist sein Einfluss aber auch weniger spürbar, zumindest für mich. Und die Phasen der Sonne drücken sich durch Jahreszeiten und Tageslicht aus, und ich muss zugeben, dass ich jedes Jahr im Frühling immer wieder neue Energieschübe bekomme. (Und im Herbst natürlich auch. :-P)

Also nutze ich diese Sonnenphase nun auch für Magie oder Kosmetik. Heute habe ich einen Neroli-Auszug angesetzt (der DUFT! Omg himmlisch!) und der darf jetzt erst mal schön mit wilder, ungestümer Widder-Sonnenenergie reifen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich froh bin, dass die Fischzeit vorbei ist – in den letzten Wochen hat es nur geregnet, sonst nichts! Ich hoffe mal, dass der Frühling sich nun langsam sehen lässt, dass Thor die Erde aus dem Winterschlaf erweckt und Ostera uns ihren Segen gibt.

Bis demnäxt! Todeloo Känguru!

 

Die Korn-Göttin in verschiedenen Kulturen

Der heidnisch interessierte Mensch weiß heutzutage viel über Demeter und Ceres, griechische und römische Göttin des Korns, der Ernte und Lebenskraft. Denn über diese Namen stolpert man oft, wenn man im Internet nach Informationen sucht.

Wie immer will ich lieber zu etwas nördlich/östlich gelegene Kulturen gucken, um zu schauen, wie diese Göttin bei uns hieß. Zwar ist auch die nordische Sif allgemein gut bekannt, aber nicht so ihre östlichen Schwestern Siva (ostslawisch) und Zemina (baltisch).

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Diese sind mit vielen Namen belegt, die (mal wieder) darauf hinweisen, dass jeder Stamm eine eigene Namensabwandlung hatte und es keinen allgemeingültigen Namen gab. Hier ein paar Beispiele:

Siva: Živa, Zywie, Żiwia, Zivena, Šiva, Sieva, Siwa, Sivve, Syeba, Syewa, Siba, Dsiva, Dziwa, Razivia.

Zemina: Matka Zemlja, Zeminele, Zemes Mate, Semmes mate, Sieroji Zemel, Mati-Syra-Zemlya, Seminas.

Sif: Siff, Sippja, Sive.

All diese Göttinnen werden mit Getreide und Ernte assoziiert, mit der Mutter Erde, weiblichen Aspekten (wie spinnen, Kinder kriegen, weben) und sie sind Göttinnen der Fruchtbarkeit und Beschützerinnen des Viehs. Sie haben auch einen Bezug zum Wasser und dem Tod bzw. der Wiedergeburt.

Abbildungen von ihnen zeigen gewöhnlich eine Frau mit blonden Haare, oft zu Zöpfen gebunden, mit Ährenkrone oder Weinkranz auf dem Kopf. Auch Früchte sind zu finden (Trauben, Äpfel), manchmal im Zusammenhang mit einem Füllhorn. Ihre heiligen Tiere waren meist Schweine, aber auch von Pferden, Schlagen und Kuckucks-Vögeln wird berichtet. Siva z.B. konnte sich in einen Kuckuck verwandeln, Sif hingegen in einen Schwan. Nur von Demeter bekannt sind noch Tauben und Delfine.

Da all die genannten Kulturen Indogermanisch waren, vermute ich (auch mal wieder *gg*) dass sie von einer gemeinsamen proto-indogermanischen Göttin abstammen. Tatsächlich wurde der Name *Devi für eine solche konstruiert, und es sind auch Zusammenhänge im Altindischen und Altiranischen zu finden. Hier ist eine gute recherchierte Seite auf Englisch.

Dies wird mir nun aber doch zu theoretisch. Ich hoffe jedenfalls, genug aufgeführt zu haben, so dass man sich selber davon überzeugen kann, dass Sif eben nicht ’nur Thors Braut‘ war, wie viele aufgrund der Edda-Materials schließen. Andere Quellen hinzuzuziehen kann manchmal sehr hilfreich sein.^^

Und es gab sie doch. Ostara steht an!

Bisher dachte ich ja immer, irgendwelche Wissenschaftler zweifeln Ostaras Existenz an, weil es kaum schriftliche Quellen über sie gibt. Aber wie ich schon mal festgestellt habe – Wikipedia lesen klärt auf! *lol*

Meine persönliche Vermutung ist ja, dass Ostara eine ‚Variante‘ von Freia war (so wie ich das z.B. auch bei Sif denke). Dann ist da noch die etymologische Herleitung, die sie mit östlichen Morgengöttinnen wie Aurora, Astarte, Inanna etc n Verbindung bringt – auch alles sogenannte ‚große‘ Göttinnen.

Wie Grimm auf Ostara gekommen ist, war nun so:  Es gab da einen Mönch, der was aufgeschrieben hat. (Nicht ungewöhnlich.) Er hieß Beda Venerabilis und lebte 673 – 735 in England und wollte, dass das Osterfest nicht mehr von der römischen Kirche gefeiert wird, da es zu heidnisch sei.

„Der Eosturmonath, heute Passahmonat bezeichnet, war früher benannt nach einer ihrer Göttinnen, welche Eostre genannt wurde, zu deren Ehren Feste in diesem Monat gefeiert wurden. Jetzt benennen sie die Passahzeit mit ihrem Namen, womit die Freuden der neuen Feierlichkeit unter dem Namen der altehrwürdigen Göttinnenverehrung angerufen werden.“

Auf althochdeutsch hieß der April nun ôstarmânôt, und so prägte Grimm Ostara als Namen dieser heidnischen Göttin. Nun kommt es darauf an, ob man Beda glaubt, oder? Nein, nicht nur, denn die Wissenschaftler (wer auch immer das ist, denn manche von denen sind ja nicht zweiflerisch, aber den Zweiflern wird mehr Glauben geschenkt?) finden es sehr wahrscheinlich, dass bei den Germanen das Frühlingsfest mit einer bestimmten Göttin verbunden war. Aber sie wissen nicht, mit welchen Inhalten das verbunden war.

Und – jetzt kommt der Clou – das Hauptargumment der Zweifler ist gar kein Gegenargument! Hier:

„Bei Eostrae könnte es sich daher einfach um einen „österlichen“ Beinamen für eine ansonsten anders genannte Göttin (wie etwa Freya) handeln, eine Parallele dazu findet sich in dem Beiname Jólnir für den Gott Odin, der wahrscheinlich mit dem Julfest in Verbindung steht.“

Ostara als Beiname von Freia klingt, wie gesagt, logisch für mich. Aber wie ist das nun ein Argument, dass es Ostara nicht gegeben habe? Wenn Freia im Frühling so genannt wurde, dann gab es Ostara doch? Oder ist das jetzt etwas, was sich meiner Logik entzieht?

Aber wie auch immer man die Frühlingsgöttin oder ihr Fest (alte Namen sind noch: friesisch Âsteron, mittelhochdeutsch Ôsteren und althochdeutsche Ôstarûn) nennt, wir feiern dieses Fest schon seit langer Zeit, und auch dieses Jahr steht es nun wieder an.

Happy Hoppeln!

Februar – was feiern?

Imbolc steht vor der Tür, aber. Aaaaber ich habe keinen Bezug zu Brigid, und finde, dass die gängigen Beschreibungen und Erklärungen, die dazu im Umlauf sind, nicht im Einklang mit meiner Seele sind. Also habe ich mich gefragt, was soll ich eigentlich feiern?

Also hab ich mal zu Büchern gegriffen („Lichtmess“ von Amber K. u. Azrael K., und „Rasa“ von Jonas Trinkunas) und mir Notizen gemacht. Ich denke mal, die Liste ist für Hex und Heid ganz praktisch, denn nicht alle sind auf keltischen Wegen unterwegs.

Da gibt es:

    • Das griechische Fest von Persephones Rückkehr (Flammenmeehr, Festmahl)
    • RömischesFest Lupercalien am 15. Februar, Fest zu Ehren Romulus und Remus, die von Wölfen aufgezogen wurden, und/oder des Gottes Lupercus (Green Man Archetyp) mit Balzritual-Spielen, um 500 herum wurde es durch den Tag des Heiligen Valentin ersetzt.
    • Februalien, Fest der Feuergöttin Vesta (31.01. – 02.02.), diese Zeit ist weiter südlich als Fest der Isis bekannt
    • Fest der Diana (07.02. – 12.02.)
    • Fest der Aphrodite (15.02.)
    • Fest der Juno Februata (02.02.), eine Göttin, die der Welt Feuer und Liebe schenkte. Wurde später in Lichtmess umgewandelt, und die Christen verunstalteten mal wieder die Weibliche Kraft indem es ein Fest zu ‚Reinigung der Jungfrau‘ wurde. Trotzdem wurden noch viele Kerzen angezündet und gesegnet, zum Schutz des Hauses.
    • Schottisches Fest (Up-Kelly-Aa) zu Ehren des Sonnengöttin (28.02.)
    • nordisches Fest ‚Vali‘ (Bruder Baldurs), zu Ehren der Sonne, Loyalität und Verwandschaft
    • Skandinavisches Disting-tid, Fest zum Segnen der Werkzeuge und zu Ehren der Schmiede (die ja auch mit Feuer zu tun hat)
    • in baltischen Landen: am Perkunas-Tag beginnt der Frühling, denn der Donner(er) weckt die Erde auf, so dass das Gras zu wachsen beginnt. Der Donnergott segnet das Land und Wasser, und ist ein jugendlicher, kraftvoller Bote der Wiedergeburt. Das alte Feuer des Winters wird gelöscht und ein neues Feuer wird entzündet, dazu wird Perkunas Feuer genommen. (Dies istdurch den christlichen Einfluss ein beweglicher Feiertag geworden, und fällt oft in die Zeit um Ostern herum, aber ich will es hier erwähnen wegen dem Bezug zum Feuer.)
    • Baltisches Fest Meteni, Prozessionen und Karneval, reichlich Mahlzeiten, Reiten und Rennen. Eine Strohpuppe, die den Winter symbolisiert wird verbrannt oder ertränkt.

     

    Ich denke, nun hab ich genug Feste und Götter für den Februar. 🙂 Demnächst dann ein Beitrag, in dem ich berichte, wofür ich mich entschieden habe und wie ich es feiere. 😉